Ich hab Standards und was nun?

Ist der erste Schritt in die Heresy gemacht, die Legion ausgewählt, das erste HQ und die Pflichtstandards bemalt, steht man unweigerlich vor der Frage: „Und wie mache ich daraus jetzt eine Armee?“.

Auf diese Frage hört man meistens die Antworten: „Bau dir eine Konzeptarmee!“ oder „Sammle dir eine Grand Armee!“. Aber was genau bedeutet das? In diesem Artikel werden wir diese beiden Arten des Armeeaufbaus vorstellen und die Vorzüge und ihre potentiellen Einschränkungen ausführen.

 

Iron Warriors Sammlung

Der relativ typische Anfang von Iron Warriors auf dem Weg zur Grand Armee (mit einer Überzahl an Unterstützungseinheiten)

 

„Grand Armee“

Die Grand Armee ist genau das, wonach es sich anhört: eine verdammt große Armee. Die Idee ist hier, Legionen in einer enormen Größe auf den Tisch bringen zu können, um das Feeling der epischen Schlachten während der Heresy im Spiel nachzuempfinden. Mit einer Grand Armee kann man verschiedene „Rites of War“ spielen und hat eine große Varianz an Einheiten. Punktetechnisch bewegt sich eine Grand Armee im Bereich 5000 Punkte+, wobei es nach oben kein Limit gibt. Die meisten Grand Armeen umfassen um die 10.000 Punkte oder mehr.

 

Was spricht für die Grand Armee:

  • Beeindruckendes Gesamtbild der Armee auf Grund der schieren Größe
  • Große Schlachten, mit hunderten Modellen
  • Die Möglichkeit nahezu alle Kombinationen von Einheiten bei Spielen im 2000 Punktebereich aufstellen zu können und entsprechend abwechslungsreiche Spiele zu haben
  • Ein Langzeitprojekt, bei dem man den individuellen Malstil und -standard immer weiter perfektionieren kann

 

Grand Armee

Zwei Grand Armeen teilen sich eine Aufstellungszone von 48“x120“ (vor einem dreitägen Spiel)

 

Die Einschränkungen der Grand Armee:

  • Die Armee in ihrer Gesamtheit ist schwer zu transportieren
  • Hunderte von Modellen müssen in einem Schema bemalt werden
  • Die Legionswahl legt zum Teil den Spielstil auf lange Zeit fest
  • Spiele zweier Grand Armeen können mitunter ein ganzes Wochenende in Anspruch nehmen

 

„Konzeptarmee“

Konzeptarmeen sind von der Idee her Ausschnitte aus einem nicht gesehenen Ganzen. Eine Konzeptarmee zeichnet sich durch ein starkes Thema aus, das sich an spielmechanischen Elementen orientieren kann (zum Beispiel „World Eaters - mechanisierte Nahkampfkompanie“, oder „Dark Angels – Iron Wing“), aber auch einen besonderen Hintergrundfokus haben kann (zum Beispiel „Imperial Fists – Sigismunds Templar Kompanie“ oder „Word Bearers – Verräter auf Calth“). Eine Konzeptarmee bewegt sich in der Regel in einem Punkterahmen zwischen 2500 und 3500 Punkten.

 

Word Bearers Jump

Eine Einheiten-Konzeptarmee: Word Bearers Sprung-Kompanie

 

Was spricht für die Konzeptarmee:

  • Fokussiertes und verbindendes Armeethema
  • Leicht zu transportieren
  • Schnelle Spiele auf Grund kleinerer Punktzahlen
  • Wenige Modelle zu bemalen
  • Die Möglichkeit in kurzer Zeit mehr als eine Legion spielen zu können

 

Death Guard

Eine Rite of War Konzeptarmee: Death Guard Primarch‘s Chosen

 

Einschränkungen der Konzeptarmee:

  • Spiele werden auf Dauer einseitig, da es an Variationsmöglichkeiten fehlt
  • Die Auswahl des Themas schränkt die Auswahl der Einheiten mitunter stark ein
  • Es besteht die Gefahr, seine Armee zu „überoptimieren“, was das Spiel für den Mitspieler sehr frustrierend machen kann
  • Man kann keine einheitlichen großen Schlachten spielen
  • Besitzt man mehrere Armeen muss man sich immer neu in Farbschemata und Techniken reinfuchsen

 

Der Übergang zwischen „Grand Armee“ und „Konzeptarmee“ ist absolut fließend: mit jeder Grand Armee kann man in der Regel auch verschiedene Konzeptarmeen stellen. Umgekehrt ist es allerdings schwierig, mehreren Konzeptarmeen verschiedener Legionen zu einer gut wirkende Grand Armee zu verbinden. Eine Möglichkeit hierfür ist die „Shattered Legion“ Armeezusammenstellung, diese bringt allerdings neue Probleme mit sich und ist in den meisten Fällen nicht ohne weiteres möglich.

Es ist am Ende eine wichtige aber auch persönliche Entscheidung, wie man seine Heresy-Armee aufbauen will. Sucht man ein großes Sammelprojekt, in das man jahrelangen Aufwand stecken möchte, das immer noch einen Schritt weiter gehen kann und/oder man hat Spaß an tagelangen Spielen, so sollte man sich eine Grand Armee vornehmen. Sucht man eher nach einem schnellen Weg, mit möglichst vielen Legionen, eher kleinere Spiele zu spielen und im Zweifelsfall das nehmen zu können, was sich auf dem Tisch am besten schlägt, dann wird man bei Konzeptarmeen finden, was man sucht.

In den nächsten Wochen werden wir an dieser Stelle einen genaueren Blick auf die Rites of War werfen und uns anschauen, wie diese zur Armeekomposition beitragen können.