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 In dieser Reihe soll nach und nach über die verschiedenen Legionen der Legiones Astartes gesprochen werden. Dies kann einem Neueinsteiger vielleicht die Wahl der richtigen Streitmacht etwas erleichtern, oder einem Veteranen ein Bild seines Gegenüber geben.

Heute sind die Emperor‘s Children an der Reihe.

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Hintergrund
Die dritte Legion der Astartes schätzt Perfektion über alles andere. Wo pragmatischere Krieger vollkommen zufrieden damit sind, ihren Feind zu bezwingen und sich im besten Fall dabei noch rühmen, besonders schnell, effektiv oder verlustfrei vorzugehen, so liegt der Anspruch der Emperors Children erneut höher. Sie wollen nicht nur die Besten in einer bestimmten Disziplin des Tötens sein, vielmehr ist es ihr Ziel, jede Art der Kriegsführung zu meistern...und dabei mit Stil zu triumphieren.
Wo viele Remembrancer zu Beginn ihres Einsatzes von der brutalen Gewalt eines Space Marines im Kampf schockiert waren, so konnten die Künstler und Beobachter, die der dritten Legion zugeteilt waren, in weiten Teilen ein gänzlich anderes Bild beobachten. Nicht nur sind die Schlachtpläne der Emperors Children ein dicht gewobenes Netz aus Finten, präzisen Schlägen und geschickten Manövern, die einzelnen Legionäre sind darüber hinaus meisterhafte Kämpfer, selbst nach den hohen Standards der Space Marines. So erfolgreich sind die Söhne Fulgrims, dass es innerhalb der Legion während des Großen Kreuzzuges zu einem Brauch wurde, den Sieg einer Schlacht bereits an ihrem Vorabend zu feiern. Und selten war eine dieser Feiern unangebracht.
Das Ergebnis dieser Anstrengungen ist eine Legion mit einigen der besten Duellanten unter allen Space Marines des Imperators, angeführt von einigen der brillantesten Taktiker, die je im Kreuzzug gedient haben. Sie können nicht nur selbst absolut tadellos von einer Taktik zu einer anderen wechseln, sollte dies gegen einen besonders hartnäckigen Feind nötig sein, ihr tiefes Verständnis von unterschiedlichen Vorgehensweisen macht sie außerdem zu hervorragenden Verbündeten für nahezu alle anderen bewaffneten Kräfte des Imperiums, da sie auch deren Vorgehensweise verstehen, adaptieren und ergänzen können.
Gleichzeitig sind die Emperors Children von ihrem Primarchen nicht nur dazu angehalten ihre Fähigkeiten im Kampf zu erweitern und zu verbessern (auch wenn sicher bei nahezu allen dort der Fokus liegen mag), stattdessen verfolgen sie in ihrer freien Zeit eine weite Spanne an anderen Aktivitäten, sei es handwerklich, künstlerisch oder zum Beispiel auch in der Philosophie, welche sie mit ebensolcher Hartnäckigkeit zu verbessern versuchen, wie den Umgang mit der Klinge.

Diese herausragende Hingabe kam auch nicht erst nach der Wiederentdeckung ihres Primarchen in die Legion. Bereits zuvor hatte sich die Dritte unter ihren Kameraden hervor getan und sich dadurch das bis dahin einmalige Recht verdient, den zweiköpfigen Adler des Imperators tragen zu dürfen.
Bei all ihrer Glorie und ihren Erfolgen haben die Emperors Children jedoch auch dunkle Zeiten in ihrer Vergangenheit. Von Beginn an wurde die Legion von einer rätselhaften Seuche heimgesucht, die keine Technologie und keine Behandlung bekämpfen konnte. Aus diesem Grund zählte die Dritte lange Zeit zu den kleinsten Legionen, nicht fähig neben Verlusten auf dem Schlachtfeld und mit der Plage im Nacken, nennenswerte Stärke aufzubauen. Sie wurden oft zurückgehalten oder in Verbund mit anderen Legionen eingesetzt, damit sie diese Zeit überhaupt überleben konnten. All das änderte sich erst mit der Entdeckung von Fulgrim auf der Welt Chemos. Mit seinem genetischen Material war es möglich die Schäden in der Gensaat zu beheben -  auch wenn der folgende Aufbau nur langsam voran ging - der Stern der Emperors Children war im Begriff aufzusteigen.

 

Im Verlauf der Horus Heresy wird das Streben nach Perfektion jedoch nach und nach korrumpiert. Nicht mehr geht es den Mitgliedern der Legion um das Wachstum der eigenen Fähigkeiten, stattdessen wird angenommen, dass diese bereits perfekt seien (eine Annahme, die zuvor immer kategorisch abgelehnt wurde) und so sind die Emperors Children nun auf der Suche nach immer neuen, immer extremeren Sinneseindrücken und treiben langsam aber unaufhaltsam in die Fänge der dunklen Götter.

 

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Bücher
Es gibt vergleichsweise wenig Material in Form von Romanen über die Emperors Children. Stattdessen tauchen sie in vielen Kurzgeschichten auf oder sind als Gegenspieler, häufig mit wenig eigenem Spielraum, anzutreffen. Die Romane, in denen sie eine größere Rolle spielen, sind:

Flugrim: The Palatine Phoenix
Band 5: Fulgrim
Band 23: Angel Exterminatus/Angelus Exterminatus
Band 36: The Path of Heaven/Der Pfad des Himmels (als Gegenspieler)

Die Geschichte von Lucius, einem Mitglied der Legion kann außerdem zum Teil hier mit verfolgt werden:
Band 44: The Crimson King

 

Legionsregel
Die Legionsregeln der Emperors Children fokussieren sich stark auf ihren Aspekt als großartige Duellanten und spiegeln dies sowohl in den Boni, als auch den Mali wider.
Das sorgt dafür, dass Emperors Children nicht nur in der Regel zuerst zuschlagen, wenn sie in einen Nahkampf stürmen, sondern zugleich ihre Charaktere in Herausforderungen diesen Geschwindigkeitsvorteil für gewöhnlich halten können. Darüber hinaus rennen Emperor‘s Children ein wenig schneller und sind besser darin, einen Gegner nach einem gewonnenen Nahkampf aufzureiben.
Im Gegenzug sind sie jederzeit gezwungen, Herausforderungen zu bestreiten, wenn dies möglich ist und sie leiden besonders darunter, wenn einer ihrer Charaktere eine solche Herausforderung verliert.

Die allgemeinen Boni für alle Marines der Legion sind recht solide. Vor dem Gegner zuzuschlagen hilft stark dabei im Nahkampf selbst geringere Verluste zu erleiden, wenn der Gegner ausgedünnt wird, ehe er selbst zuschlägt. Das einzige Problem dabei ist, dass im Kampf von Space Marines gegen andere Space Marines vor allem Waffen effektiv sind, welche die Initiative des Kämpfers auf 1 festsetzen. Abseits von Charaktermodellen hauptsächlich also die Power Axe, die hier nicht profitiert. Andere Nahkampfwaffen sind weniger genutzt, haben allerdings auch ihre Anwendungsmöglichkeiten und können durch diese Legionsregel den Bonus bekommen, den sie benötigen um noch etwas überzeugender zu sein. Darüber hinaus profitieren natürlich auch Einheiten die hauptsächlich über das Volumen von Attacken Schaden anrichten und nicht über die Qualität der einzelnen Angriffe (wie zum Beispiel Assault Marines oder Tactical Squads mit zusätzlichen Nahkampfwaffen).
Der Bonus für Charaktere ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Durch die spezielle Ausrüstung der Legion (siehe unten) kann er sehr gut ausgenutzt werden. Da jedoch ein Zwang besteht, Herausforderungen zu bestreiten und ein gefallener Sergeant doppelt bestraft wird, besteht hier immer die Verlockung viele Punkte zu investieren. Zum einen sorgt dies dafür, dass die Sergeants der Emperors Children seltener die Option auf Kombi-Waffen oder ähnliches wahrnehmen werden, auch wenn der Trupp als Ganzes vielleicht stärker davon profitieren würde, zum anderen ist Nahkampfausrüstung oft sehr teuer (vor allem da sie meistens mit der Artificer Armour einhergeht).
Daher sollte es immer eine Überlegung sein, vor allem bei beschusslastigen Einheiten, auf den Legionsvorteil zu verzichten, den Nachteil hinzunehmen und im Falle eines Nahkampfes mit dieser Einheit von der erhöhten Wahrscheinlichkeit auszugehen, diese Einheit als Verlust zu entfernen.

Alles in allem sind die Legionsregeln der Emperors Children nicht durchweg schlecht, jedoch recht eindimensional und situationsabhängig, so dass die Vorteile entweder extra kosten oder aber nicht oft zur Geltung kommen werden.

 

Ausrüstung und Upgrades
Die dritte Legion verfügt über zwei spezielle Ausrüstungsgegenstände: Sonic Shriekers und Phoenix Power Spears.
Sonic Shriekers sind eine Option für alle Independent Character, können von allen Legionseinheiten genutzt werden und sind in einem der Rites of War der Emperors Children sogar noch weiter verfügbar. Sie reduzieren den Weapon Skill aller Modelle in Basekontakt. Dies erscheint zunächst nicht sonderlich eindrucksvoll (zumindest, wenn sie auf einzelnen Modellen vergeben werden und nicht auf ganzen Einheiten), denn immerhin verteidigt sich der Gegner mit seinem mehrheitlichen Weapon Skill. Interessanter wird es allerdings bereits gegen Gegner mit einem Weapon Skill, der um einen Punkt höher ist, als der eigene. In diesem Fall muss jedes Modell in Basekontakt nun statt auf 3+, auf die 4+ treffen. Dies ist bereits ein guter Vorteil, vor allem gemessen an den geringen Kosten der Sonic Shriekers. Noch einmal stärker wird diese Ausrüstung in Herausforderungen, denn dadurch, dass hier nicht mehr der Mehrheitswert genutzt wird, sondern der individuelle Weapon Skill, wird nun das gegnerische Modell besser getroffen, wenn der Ausgangswert bei beiden Kämpfern identisch ist. Erneut handelt es sich um ein solides Upgrade, für kleine Punktkosten.

Der Phoenix Power Spear ist die legionsspezifische Waffe. Er hat die Kosten einer Energiefaust und kann von allen Charaktermodellen (auch Sergeants) genutzt werden. Er ist grundlegend ein Power Sword, in der Runde in welcher der Träger angreift verbessern sich Stärke und AP jedoch um 1.
Die Waffe selbst ist damit bei Weitem nicht die stärkste der Legionswaffen, sie kombiniert sich allerdings exzellent mit den Initiative-Boni der Legion. Mit Hilfe des Speers können Charaktere insbesondere gegen feindliche Sergeants (oder andere Charaktermodelle mit einem Lebenspunkt und/oder ohne Rettungswurf) in der ersten Runde des Nahkampfes mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgreich aus Herausforderungen hervor gehen.
Der Nachteil ist, dass nach dieser ersten Runde die Waffe stark nach lässt. Ein Gegner, der es sich leisten kann, wird wahrscheinlich die Herausforderung von einem Charaktermodell mit Phoenix Power Spear einmal ablehnen, um in der nachfolgenden Runde selbst herauszufordern, wenn die Waffe viel von ihrem Potential verloren hat. Eine Einheit ohne Waffen mit gutem Durchschlag und nur einem Sergeant mit Power Spear wird in so einem Fall gegen Gegner mit schwacher Rüstung keinen sonderlich großen Vorteil haben, während sie gegen eine Einheit, welche durchgängig mit 2+-Rüstung versehen ist, selbst mit diesen Attacken nicht ausreichend Schaden anrichten wird.
Wie die Legionsregeln selbst, ist diese Waffe daher zwar großartig in der speziellen Nische welche sie einnimmt, außerhalb dieser jedoch ist sie nicht sehr vielseitig, vor allem nicht im Vergleich zur  Power Fist mit gleichen Punktkosten.

 

Legionsspezifische Einheiten
In den Reihen der Emperors Children befinden sich drei spezielle, eigene Einheiten:
Phoenix Terminators, Palatine Blades und Kakophoni.
Bei dem Phoenix Terminator Squad handelt es sich grundlegend im Terminatoren, welche durchweg mit den zuvor behandelten Phoenix Power Spears bewaffnet sind, einen kleinen Bonus zum Kampfergebnis an Einheiten in ihrer Umgebung verleihen und im Angriff erneut ihre Initiative erhöhen.
Alles in allem ist diese Einheit damit zwar nicht zwingend schlecht und die Sonderregeln und Ausrüstung rechtfertigen prinzipiell auch die Punktkosten, im Ganzen hat sie aber gravierende Mängel. Anders als nahezu jede andere Terminatoreinheit können Phoenix Terminators keinerlei Ausrüstung erhalten, die sie in die Lage versetzen würde, in irgendeiner Weise Schaden gegen einen Dreadnought anzurichten. Dies ist für die veranschlagten Punktkosten ein großes Manko, denn normalerweise sieht man hier viele Attacken mit Stärke 8, teils sogar Armourbane. Stattdessen wird die Initiative der vorhandenen Attacken weiter erhöht, eine Tatsache, welche nur noch gegen wenige Gegner überhaupt sinnvoll ist.

Palatine Blade Squads dagegen sind eine Variation von Veteranen mit Fokus auf den Nahkampf. Sie verfügen dafür über eine gute Standardausrüstung und können starke Upgrades erhalten. Voll ausgerüstet mit einem Sprungmodel, Artificer Armour und Power Spear auf jedem Modell wird die Einheit sehr teuer, da jedoch jedes Modell selektiv aufgewartet werden kann, ist dies kontrollierbar.
Die Chosen Warriors-Sonderregel ist stark in Kombination mit den Legionssonderregeln und gemeinsam mit der komplett verfügbaren Artificer Armour, können Palatine Blades eine gute Leibwache für HQ-Modelle stellen. Erst das Hinzufügen von Sprungmodulen und das Ausrüsten aller Modelle der Einheit mit einem Phoenix Spear macht diese Einheit wirklich teuer. Wenn die Ausrüstung reduziert wird, dann sind 9 Modelle in einem Land Raider zusammen mit einem HQ-Modell jedoch durchaus im Rahmen von einem vernünftigen Punktwert, vor allem verglichen mit generischen Auswahlen.

Die Kakophoni sind eine der wenigen, komplett auf Beschuss ausgelegten Legionseinheiten. Sie verfügen über eine einzigartige Waffe, die zwar grundlegend nicht herausragend ist, allerdings mit Bio-psychic Shock ein Gimmick hat, das andernorts nicht zu finden ist. Allerdings ist die Waffe ist ausschließlich gegen leichte Fahrzeuge und Infanterie einsetzbar und dort selbst mit diesem Gimmick keine so große Gefahr, wie andere Einheiten in ihrem Segment des Armeeorganisationsplans. Auch durch ihre Punktkosten sind sie gut vergleichbar mit Heavy Support Squads mit Heavy Boltern, eine Einheit welche nur in wenigen speziellen Armeen überhaupt einen Platz findet.

Zusammengefasst sind die Legionseinheiten der Emperors Children definitiv nicht die stärksten im Spiel. Palatine Blades können sich als nützliche Ergänzung der Armee erweisen, bei den anderen Optionen handelt es sich allerdings vorrangig um Einheiten für Liebhaber.

 

Rites of War
Wie andere Legionen auch verfügen die Emperors Children über zwei Rites of War, welche nur ihnen zur Verfügung stehen.
Dabei handelt es sich um den Maru Skara und die Third Company Elite.
Im Maru Skara erhalten alle Einheiten auf dem Feld einen kleinen Bonus auf ihre Geschwindigkeit und eine Auswahl an Einheiten in Reserve erscheint zu einem festgesetzten Zeitpunkt (also ohne würfeln zu müssen) und mit der Sonderregel Outflank. Im Gegenzug muss ein Champion als HQ gewählt werden und der Gegner erhält zusätzliche Siegespunkte, sollte der Spieler der Emperors Children das sekundäre Ziel "Slay the Warlord" nicht erreichen. Ein großer Vorteil dieses Rites of War ist, dass er keine nennenswerten Voraussetzungen hat. Selbst die wenigen Einheitentypen, die verboten werden, spielen in den allermeisten Armeen von Space Marines keine allzu große Rolle oder könnten nicht durch andere Auswahlen problemlos ersetzt werden. Der Champion ist durch seinen Zwang zur Herausforderung ein wenig schwerer einzusetzen, auch weil sein Zwang durch die Formulierung nicht durch den allgemeinen der Legion ausgeglichen wird. In einer Einheit mit einem Champion muss immer der Champion in die Herausforderung gehen. Nicht selten führt dies dazu, dass er in Kämpfe gerät, die er nicht oder nur schwer gewinnen kann. Abgesehen davon handelt es sich bei ihm jedoch um einen brauchbaren Nahkämpfer gegen alle nicht-HQ-Modelle und dank der Initiative-Boni der Legion kann er auch den meisten gegnerischen HQs gefährlich werden. Der Siegespunkt für den Gegner, sollte dessen Warlord nicht ausgeschaltet werden, ist ärgerlich, sollte in den meisten Spielen aber nicht ausschlaggebend sein. Das Ergebnis ist daher ein Rite mit soliden (wenn auch nicht hervorstechenden) Boni und ohne große Nachteile. Eine solche Option ist definitiv immer ein Pluspunkt für eine Legion, denn ohne diese wird nicht selten generell auf Rites und die damit verbundenen Vorteile verzichtet.
In der Third Company Elite werden die Kakophoni zu Troops-Auswahlen, können sich bewegen und schießen und alle reguläre Infanterie kann Sonic Shriekers auswählen. Dagegen stehen eigentlich nur Mali auf der Alliierten-Matrix. Somit handelt es sich – noch mehr als beim Maru Skara – um einen Rite mit quasi keinen negativen Punkten. Bei den Kakophoni handelt es sich sicher nicht um die stärksten Einheiten, punktend und beweglich gewinnen sie allerdings ein wenig an Bedeutung, auch weil sie so den Heavy Support-Slot für stärkere Auswahlen frei geben. Interessant ist ebenso die weitere Verbreitung von Sonic Shriekers. Wie bereits heraus gestellt handelt es sich um eine gute Ausrüstung, vor allem in Herausforderungen und da sie hier an jeweils alle Modelle einer Einheit gegeben werden können, haben so auch ansonsten eher durchschnittliche Einheiten das Potential zu brauchbaren Nahkämpfern werden. Eine Armee wird mit diesen Boni nicht automatisch stärker, verliert gleichzeitig aber auch nichts und einzelne Nahkampfeinheiten wie Assault Squads profitieren durchaus.

 

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Primarch
Fulgrim gehört zu den günstigsten aller Primarchen was die Punktkosten angeht, bietet für seinen Preis jedoch ein durchaus ansehnliches Gesamtpaket.
Zunächst verfügt er natürlich über all die Profilwerte und grundlegenden Regeln, die man von einem Primarchen erwartet; dies allein sorgt bereits dafür, dass er im Nahkampf mit jedem Gegner, der nicht selbst ein Primarch oder ein größeres Monster ist, spielend fertig wird.
Hervorstechend ist vor allem ein sehr hohes Kampfgeschick kombiniert mit einer hohen Initiative und einer guten Anzahl von Attacken (die jedoch im Gegensatz zu manch anderen Primarchen nicht durch zwei Nahkampfwaffen gesteigert wird).
Seine hohe Initiative sorgt derweil nicht nur dafür, dass er nahezu immer zuerst zuschlägt, sondern erhöht außerdem seine Attackenanzahl gegen jeden langsameren Gegner um den Differenzwert. Dies sorgt dafür, dass Fulgrim leicht auf acht Attacken und mehr kommen kann, durchaus bemerkenswert für ein einzelnes Modell.
Mit einem Rettungswurf von nur 5+ zählt er definitiv zu den schlechten Primarchen was seine Defensive angeht. Sobald er sich jedoch im Nahkampf befindet wird der Wert auf 3+ erhöht, dadurch gelangt er sofort in die Bereiche der stabileren Primarchen (welche in der Regel sehr viel teurer sind). Da Primarchen als unabhängige Charaktermodelle nur selten direkt beschossen werden und daher ihren Rettungswurf in der Regel im Nahkampf benötigen, ist dies also nur ein kleiner Nachteil, solange er über eine stabile Leibwache verfügt.
Er verstärkt seine Armee (und sich selbst) darüber hinaus mit einem sehr starken +2 auf alle Kampfergebnisse wodurch die Emperors Children in nahezu jedem Nahkampf die Oberhand haben, selbst wenn sie sich einmal nicht so gut schlagen. Abgesehen von Gegnern mit der Sonderregel Stubborn werden sie daher tendenziell viele Gegner einfach überrennen können. Er verbessert außerdem Reservewürfe und als einziger Primarch kann er einen Warlordtrait nicht nur nutzen, sondern sogar auswählen. Seine Auswahl ist etwas eingeschränkt, jedoch sind sowohl in der Strategic-, als auch der Legions-Liste ein paar wirklich starke Optionen zu finden, welche normalerweise hauptsächlich durch relativ schwache Alternativen ausgebremst werden, wenn gewürfelt werden muss. Die Option, Teilen der Armee Infiltrieren zu geben, Nachtkampf wählen und selbst ignorieren zu können, oder zum Beispiel eine beliebige Infanterie-Einheit per Deep Strike ins Spiel zu bringen, bietet den Emperors Children mit ihrem Primarchen einige spannende Optionen, vor allem da diese erst gewählt werden müssen, wenn die Armee des Gegners bereits bekannt ist.
All dem gegenüber steht eine im Vergleich zu anderen Primarchen ziemlich schlechte Bewaffnung. Seine Schusswaffe ist mit einem meisterhaften Volkite Charger prinzipiell nicht besser (vielleicht sogar schlechter) als einige Optionen, die jedes reguläre HQ wählen darf und beide Nahkampfwaffen-Optionen lassen zu wünschen übrig. Gewählt werden kann hier zwischen zwei Schwertern, je nach Zeitperiode in welcher das Spiel stattfinden soll. Für Spiele während des Kreuzzuges verfügt Fulgrim über ein leicht verbessertes Paragonblade - Prinzipiell keine schlechte Waffe, im Vergleich zu anderen Primarchen jedoch absolut nichts Herausragendes und schlechter als einige Gegenstücke. Für Spiele in der eigentlichen Horus Heresy verschlechtert sich diese Auswahl sogar noch weiter, so dass Fulgrim kaum besser kämpft, als wäre er unbewaffnet (mit AP2). Einen Unterschied in den Punkten gibt es nicht wodurch es weithin akzeptiert ist, die Regel um die zeitliche Einordnung zu ignorieren und die bessere Waffe in allen Spielen zuzulassen.
Zusammengefasst ist Fulgrim mit seinen starken Boni für die Armee und seinen niedrigen Punktkosten durchaus eine gute Auswahl, da er selbst jedoch kaum etwas gegen Läufer mit Frontpanzerung 13 unternehmen kann, benötigt er häufig eine Leibwache, die diese Schwäche ausgleicht. Da dies nicht durch die legionsspezifischen Einheiten der Emperors Children gegeben ist, muss er oft auf generische Auswahlen wie Legion Terminators zurückgreifen, dies wiederum steigert auch die Kosten des benötigten Transporters und so weiter, und so weiter... . Wie bereits oben beschrieben wären unter anderen Umständen Palatine Blades eine gute Option, für ihn eignen sie sich allerdings nur, wenn man diese Einheit von Läufern fernhalten kann. Er wird absolut jeden Nahkampf gegen 'normale' Einheiten vollständig dominieren und selbst Terminator-Einheiten können durch seine hohe Attackenzahl und seinen guten Rettungswurf im Nahkampf in Bedrängnis geraten.
Im Kampf gegen andere Primarchen kommt es stark auf die genaue Konstellation an, auch hier helfen ihm viele Attacken auf hoher Initiative kombiniert mit seiner guten Defensive häufig weiter, gerade allerdings Primarchen, die selbst über einen guten Rettungswurf und erhöhten Widerstand haben, können den Kampf sehr lange hinziehen. Da Fulgrim allerdings oft günstiger ist und seine Armee trotzdem stärker unterstützt, kann dies durchaus etwas sein, auf dass man es ankommen lassen kann.

 

Fazit
Die Emperors Children haben es aktuell im Vergleich mit anderen Legionen schwer. Ihre Boni sind prinzipiell nicht schlecht, häufen aber Extras an Stellen auf, welche nicht zwingend notwendig sind, während ihre Nachteile sie tatsächlich in Bedrängnis bringen können oder viele ihrer Einheiten unnötig teuer werden lassen.
Ihre Rites of War folgen einem ähnlichen Schema von, im schlimmsten Fall zwar grade einmal ungünstigen Einschränkungen mit teils eher kleinen Boni und ihre speziellen Einheiten sind durchweg relativ eindimensional und teuer in ihren Punktkosten.
Als Legion mit einem Fokus auf den Nahkampf ist selbst ihre spezielle Waffe kaum besser oder sogar schlechter als einige der Optionen, welche andere, flexiblere Legionen erhalten haben.
Einzig ihr Primarch kann hier wirklich zu ihren großen Stärken gezählt werden.
Mit der dritten Legion kann durchaus eine solide Nahkampfarmee aufgestellt werden, allerdings können sie hier mit anderen, ähnlich gelagerten Astartes, bestenfalls gleich ziehen weswegen sie als Legion derzeit zu den etwas schwächeren Auswahlen zählen.
Da sie jedoch trotzdem weiterhin Zugriff auf all die generischen Auswahlen für Space Marines haben, sind sie selbstverständlich nichtsdestotrotz eine valide Option, es fällt nur schwer, ihre eigenen Stärken wirklich heraus zu heben.

 

Farbschema
Emperors Children können auf verschiedenste Weise bemalt werden. Dies reicht von ihrem pre-Heresy, eher dunkel gehaltenem Violett und Gold über das später adaptierte grelle Pink und Schwarz gegen Ende des Bruderkrieges, bis hin zu den in den Romanen beschriebenen, knalligen und wild gemischten Neonfarben ohne erkennbare Muster.
Die eher klassischen Farben können dabei dank aktueller, verbesserter Gold-Farben häufig mit wenigen Schichten deckend gut erreicht werden und eine einfache Version ihres Farbschemas ist damit simpel zu realisieren.
Die pinke Variante dagegen hat, wie viele helle und wage rote Farben, leichte Probleme mit der Deckkraft, benötigt also potentiell zusätzliche Arbeit. Darüber hinaus ist diese Version schwerer zu tuschen, da jedes Abdunkeln hier den gewünschten Effekt reduziert.
Die letzte Version wird selten, wenn überhaupt jemals, tatsächlich praktiziert. Sie mag theoretisch am nächsten an der Vorlage der Romane sein, widerspricht jedoch jedem Wunsch nach ansehnlichen Modellen (was gewissermaßen ihr Zweck sein soll). Da hier vor allem helle, grelle Farbtöne verwendet werden, hätte sie allerdings ähnliche Probleme wie das Pink.
Weathering ist für Emperors Children in der Regel nicht angebracht, hier kann also Arbeit eingespart werden. Darüber hinaus sind sie zwar für Ornamente an den Rüstungen bekannt, scheinen jedoch nicht allzu viel Heraldik zu tragen. Charaktermodelle haben dafür wahrscheinlich potentiell sehr detaillierte Rüstungen, die Armee als Ganzes, abgesehen von den üblichen taktischen Markierungen, allerdings eher wenig Decals. Da die erwähnten Ornamente zumeist farbig oder in Gold gehalten werden, sind diese auch nicht übermäßig schwer zu bemalen, eine Herausforderung wäre es eher, die benötigten Modelle zusammen zu stellen.
Als Besonderheit können für Emperors Children Aquilas, also die doppelköpfigen Adler des Imperiums, verwendet werden. Da diese vor allen in Warhammer 40.000 auf vielen Transfer Sheets oder auch als Teil vieler Modelle auftreten, kann hier gut aus der Games Workshop-Range von Modellen ausgeliehen werden.

 

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Wie kann man diese Armee am besten starten?
Für den Start mit Emperors Children sollte man sich zunächst darüber klar werden, ob man versuchen will, ihre Vorteile so gut es geht zu nutzen, oder ob man lieber eine 'normale' Legions-Armee aufstellt und sich weniger spezialisiert. Auch vom Hintergrund her ist beides sicher vertretbar. Emperors Children in den Romanen sind sicher hervorragende Duellanten, als Armee scheinen sie jedoch eher zu einem ausgeglichenen und flexiblen Vorgehen zu tendieren. Dies macht Sinn, da sie bestrebt sind, alle Wege der Kriegsführung zu perfektionieren.
In jedem Fall wäre ein Assault Squad für den Start sicher angebracht. Er kann die Boni in Geschwindigkeit und Nahkampf gut nutzen und selbst in einer ausgeglichenen Armee kann eine Nahkampfeinheit, welche sich schnell bewegen und punkten kann, einen nützlichen Beitrag liefern. Die zweite Standardeinheit sollte für den Ausgleich ein Tactical Squad mit einem Rhino sein, denn selbst Nahkampf-Armeen müssen an irgendeiner Stelle Missionsziele einnehmen können, auch wenn sie sich eventuell nicht in der gegnerischen Aufstellungszone befinden.
Die Differenzierung findet nach diesem Muster statt. Der eher Nahkampf-lastige Ansatz tendiert eventuell zu einem starken HQ-Modell mit Palatine Blades in einem Land Raider, während die Alternative vielleicht eher ein unterstützendes HQ, wie einen ehrgeizigen Warmonger bevorzugt, welcher einen Support Squad Deep Striken lassen kann und anschließend unterstützt. Das dies im Vergleich zur Nahkampfarmee etwas günstiger ist, findet sich hier eventuell sogar noch Raum für einen leichten Panzer wie den Sabre oder Predator, oder einen Dreadnought. Erstere unterstreichen gut den Gedanken einer flexibel agierenden, schnellen Streitmacht, während zweiteres vielleicht ein altgedienter Veteran ist, welcher noch nach seinem Ableben weiter nach Perfektion im Namen des Imperators strebt und die Heldentaten der Legion weiter in Ehren hält.

 

Welche regulären Einheiten sind besonders interessant für Emperors Children?
Für die Emperors Children eignen sich vor allem Elite- und Fast Attack-Einheiten, welche im Idealfall selbst etwas Geschwindigkeit mitbringen (allerdings nicht unbedingt bereits selbst Outflank nutzen können) und eine solide Feuerkraft aufweisen. Diese Auswahlen werden durch den Rite of War Maru Skara großartig unterstützt. Nennenswert sind hier Sabres, aber auch Sky Hunter und sogar Dreadnoughts können von der Flankenbewegung gut profitieren.

Weniger eine Auswahl, als vielmehr eine Art diese zu bewaffnen, profitieren Emperors Children auch von Schwertern und Streitkolben etwas mehr als andere Legionen. Im Gegensatz zur Axt können diese Waffen den Geschwindigkeitsvorteil nutzen und damit Gegner ausschalten, welche selbst noch nicht zuschlagen durften. Zusammen mit Sonic Shriekers wird hier auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass diese erfolgreich eingesetzt werden.
Besonders von den Regeln der Legion profitieren können auch Outrider. Nicht nur sind sie bereits schnell und haben von Haus aus Scout, um so flankierende Einheiten unterstützen zu können (selbst wenn sie normal aufgestellt werden), sie sind außerdem durch ihre Option auf Energiewaffen durchaus formidable Nahkämpfer. Der Sergeant  des Outrider Squads leidet dabei oft darunter, selbst keine 2+-Rüstung erwerben zu können, durch die Verwendung eines Phoenix Spears (und damit hoffentlich dem frühzeitigen Tod jedes gegnerischen Charakters) kann dies jedoch gut ausgeglichen werden.

 

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Das sind die Emperors Children. Sie streben nach Perfektion und selbst wenn sie sie noch nicht erreicht haben sollten, sind sie keinesfalls ohne Zähne. Sie sind Spezialisten von schnellen, harten Angriffen und in den Händen eines fähigen Anführers gleicht dies ihre Nachteile in anderen Bereichen aus. Denn wer muss einstecken können, wenn der Feind bereits am Boden liegt ehe er weiß, dass der Kampf begonnen hat?
Durch ihre bunte (in vielerlei Hinsicht) Geschichte können sie dabei alles sein - von den strahlenden Helden nach klassischem Vorbild bis hin zu selbstzentrierten, exzentrischen Sadisten, immer auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und Eindrücken.

 

Mit freundlicher Unterstützung von kochi aus Stuttgart in Form der Bilder.