Mit dem Start der Horus Heresy und somit dem Black Book I "Betrayal", hatte Forge World direkt Titanen für noch epischere Schlachten eingeführt. Für mich persnlich war es aber immer absurd, so gigantische Monstrosität in die Schacht zu führen, von dem finanziellen Aspekt der Anschaffung von auch nur einem einzigen Titanen, ganz zu schweigen. Ich erfreute mich an den Artworks, hatte jedoch nie geplant oder überhaut daran gedacht einen Titanen zu kaufen - bis eines Tages Dennis, ein Freund aus unserer lokalen Gruppe, bei mir anrief...

 

Gruppenbild1

 

Hier in Stuttgart haben wir einen amerikanischen Militär-Stützpunkt, für die Leute, die nicht genau wissen was das genau bedeutet: Es gibt hier eine ganze Reihe von amerikanischen Soldaten, welche jedoch immer nur auf begrenzte Zeit in Deutschland leben - und tatsächlich scheinen immer ein paar von ihnen auch begeisterte Hobbyisten zu sein. Einer der Soldaten also hatte eine beträchtliche Sammlung an Titanen und da er Deutschland wieder verlassen musste und sie nicht über den Atlantik schicken wollte, entschied er sich alle zu verkaufen. Seiner Aussage nach sind ihm beim letzten Transport die Figuren im Schiffscontainer geschmolzen, da wollte er sie lieber in gute Hände abgeben. Dennis hatte mich daraufhin auf dessen Facebook-Angebot aufmerksam gemacht.

Eigentlich mag ich den Reaver optisch gar nicht so sehr, die Warhounds und Warlord-Titanen hingegen sehen echt klasse aus. Der Preis dieses speziellen Angeboots jedoch war so gut (und enthielt sogar die originalen Zertifikate!), da war die Entscheidung schnell gefallen und ein Reaver und ein Warhound wurden gekauft.

Eines war aber sofort klar: Der Reaver musste umgebaut werden. Als erstes war der Kopf an der Reihe, für diesen orientierte ich mich an einem Titanicus Artwork.

Ich änderte die Augenpartie und ließ sie nach außen spitz zulaufen, um das fast schon freundliche Antlitz des Reaver zu korrigieren. Auch der Grill am Mund wurde von rund auf eckig umgebaut. Des Weiteren entschied ich mich, ebenfalls wie im Artwork, links und rechts Hauer anzubringen.

 

Reaver Kopf 

Quelle: Lexicanum

 

Der erste Umbau war geschafft. Jetzt sollten die Panzerplatten an den Schultern geändert werden, vor allem um den Reaver bulliger wirken zu lassen. Außerdem kam dann die Idee auf, den rückenmontierten Turbolaser zu teilen und links und rechts auf seiner Schulter anzubringen, wie es auch beim Warlord Titanen gemacht wird. Die Idee stand, jetzt musste sie nur noch umgesetzt werden: Ein paar 3D-Drucke und 2 Wochen schleifen später, waren dann auch die Schulterpanzer fertig. Um die Magnete für die alternative Bewaffnung mit Turbolaser zu verstecken und die glatte, leere Fläche zu füllen, wurden zwei kleine Abdeckungen angebracht.

Schulterpanzer

 

Die Arbeiten am Reaver waren teilweise sehr monoton und das gesamte Modell zu entfärben, den Sekundenkleber aufzubrechen und zu entfernen war etwas ermüdend. Ich habe dafür insgesamt fast 1 Jahr gebraucht, mittlerweile hat aber auch ein Resin-Drucker bei mir Einzug gefunden und neue Motivation mitgebracht.

Die Waffen des Reavers sind alle schon etwas in die Jahre gekommen und nicht immer passend zum aktuellen Horus Heresy-Design, hier kam der eben erwähnte Resindrucker ins Spiel.

Als erstes wurde die Melta Cannon angepasst: Dabei wurde der Kühlkörper hinten eingekürzt und weiter Richtung Arm verschoben, wodurch die Mündung vorne freigelegt wird. Diese wurde durch eine neue mit „Kühlrippen“, wie es bei den Horus Heresy-Melta Guns üblich ist, ersetzt (tatsächlich war das mein erster 3D Druck).

Reaver Melta Cannon

 

Ein weiterer kleiner und einfacher Umbau war der Reaver Gattling Blaster. Regeltechnisch handelt es sich um 6 Schuss Leman Russ-Kampfgeschütz, daher sollten auch die Mündungen eine ähnliche Optik bekommen. Dies war ein sehr einfacher Umbau, Ich habe lediglich Mündungsbremsen ausgedruckt, aufgeklebt und fertig. Wahnsinn, wie schnell das geht, wenn man die richtigen „Bits“ hat.

Reaver Gattling Blaster

 

Bei dem Apocalypse Missile Launcher habe ich nur die Raketen tauschen müssen, da die originalen leider nicht mehr zu retten waren.

Raketenwerfer

 

Viel mehr Zeit musste in die Turbolaser und Laser Blaster investiert werden. An diesen Waffen sieht man doch sehr deutlich, dass sie nicht mehr mit Figuren in der heutigen Zeit mithalten können und in die Jahre gekommen sind. In der Horus Heresy gibt es den Falchion Super Heavy Tank Destroyer, welcher auch einen Schuss mit Titankiller abgeben kann. Von daher war stand der Plan fest, den Titanenwaffen, mit ihren vergleichbaren Profilen, auch ähnliche Läufe zu geben. 

Reaver Laser Blaster

Hier findest Du die Dateien für die alternativen Mündungen:

Thingivers

 

Für die Turbolaser auf dem Rücken musste noch zusätzlich die komplette Aufhängung gemacht werden. Ich entschied mich für eine gewölbet Panzerplatte, die einen großen Kühlkörper und das Gelenk schützt. 

Reaver Turbolaser

 

Wird nun der Turbolaser statt des  Apocalypse Missile launchers auf dem Reaver eingesetzt, kann das Loch, das normalerweise den Launcher fasst durch eine Abdeckung verschlossen werden - diese enthält die Ornamente der Legio Fureans. 

Abdeckung

Die stl Dateien findest Du hier:  

Thingivers

 

Hier ein zweites Gruppenbild mit alternativer Bewaffnung.

Gruppenbild2

 

Beim Bau der Titanen hatte ich mir zwei Dinge vorgenommen: Einerseits sollten sie stehen ohne ein Base zu verwenden (beim korrekten Bau ist dies durchaus möglich) und gleichzeitig sollten sie transportabel sein, möglichst in einer platzsparenden Verpackung. Ich entschied mich also dafür Beine, Arme und Torso zu magnetisieren, sowie auch einzelne Panzerplatten. Dadurch ließen sie sich außerdem auch einfacher bemalen und besprühen; maltechnisch ist das schon ein Erlebnis, so einen 1-2 kg Torso in der Hand zu haben, das geht mit den üblichen Malmethoden mit Paint Handle und Co. einfach nicht mehr. Hier eine kleine Übersicht der Einzelteile:

Einzelteile